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Chronik 1. FC Branntweinbach 1990 - 2000

Wir schreiben das Jahr 1990 n. Chr. Deutschland wird zum 3. Male Fußballweltmeister und die Freude am Fußballspielen erlebt einen neuen Boom.
So auch in Augsburg, wo sich die Großverwandtschaft Förg einmal pro Woche am nahe gelegenen Autobahnsee trifft, um sich dort der nach wie vor beliebten Leibesübung zu widmen.
Schon seit mehreren Jahren spielte man Fußball untereinander, doch beschränkte sich dies auf wenige Tage, an denen (meist zufällig) mehrere Aktive anwesend waren.
Grundsätzlich wurde dann im Vergleich „Alt“ gegen „Jung“ gespielt, was vor allem für die „Jungen“ den Reiz ausmachte, einmal die „Alten“ zu besiegen, was seltsamerweise eigentlich nie geschah (hierbei sei die psychologische Taktik der „Älteren“ zu erwähnen, die selbst einen 0:4 Rückstand – gespielt wurde meist bis 5- durch ihre seelischen Grausamkeiten der sensiblen, noch unerfahrenen Psyche der Jugend gegenüber, in einen Sieg umwandeln konnten).
Doch erst mit Beginn der Sommerzeit 1990 beschloss man, regelmäßig diesem Wettstreit nachzugehen, jedoch mit dem Unterschied, die Mannschaften altersmäßig durchzumischen (die „Alten“ hatten bemerkt, dass die Leistung der Jugend von Jahr zu Jahr zu-, ihre eigene dagegen abnahm).
Als die Sommer- der Winterzeit weichen musste, wurde auch das Fußball spielen beendet, doch beschloss man, die abgelaufene „Saison“ mit einem Abschluss gebührend zu feiern. Als Termin wurde Samstag, der 13. Oktober, als Ort die Garage der Familie Förg in der Hammerschmiede (der Stammsitz der Großverwandtschaft) festgelegt. Für diese Jahreszeit war es ein wunderschöner Tag mit strahlendem Sonnenschein. So nutzte man das warme Wetter für ein letztes Spiel auf der Wiese hinter dem Stall und zog anschließend zur Feier in die Garage.
Es mag am Wetter gelegen haben, wahrscheinlich aber am ausgeschenkten Bier (König Ludwig Dunkel): aus dieser Laune heraus wurde jedenfalls (zu späterer Stunde) beschlossen, einen Hobby-Fußballverein zu gründen.


Die folgenden, noch anwesenden, Personen bildeten mit ihren Spenden das Grundkapital (430,-DM) und sind gleichzeitig die Gründungsmitglieder des Vereins: Helmut Halusa, Klaus Förg, Hans Stegherr, Werner Bichler, Thomas Arnold, Josef Arnold, Johann Arnold jun., Xaver Förg, Uli Förg, Heribert Förg und Rudi Scheuringer.
Mit Helmut Halusa fand sich auch gleich eine Person, die als Präsident die Führung des neu gegründeten Vereins übernahm. Als Schriftführer wurde Klaus Förg, als Kassier Thomas Arnold, Trainer Werner Bichler, Co-Trainer Hans Stegherr und als Kapitän Johann Arnold bestimmt.
Nun galt es, dem neugeborenen Kind, einen Namen zu geben. Am naheliegendsten war „FC Autobahnsee“, da dort ja das Jahr über gespielt wurde, doch gab es zu der Zeit bereits eine andere Hobbymannschaft, die diesen Namen trug.
Präsident Helmut Halusa war’s, der dann den Branntweinbach – ein ans Grundstück der Fam. Förg angrenzender Bach – als Namensgeber vorschlug und so wurde von der gesamten Versammlung „FC Branntweinbach“ als Name des neuen Hobbyvereins anerkannt.
Anfangs war man sich noch nicht im Klaren, wie „Branntweinbach“ richtig buchstabiert wurde; so kursierten Variationen von „Brandweinbach“ bis „Brantweinbach“. Erstmals richtig geschrieben wurde es zum ersten Jahresfest, als ein Transparent „1 Jahr FC Branntweinbach“ (nachgeschlagen im Stadtplan) aufgehängt wurde.
Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 5 DM pro Monat (entsprach der Saison von April bis Oktober) oder 35 DM pro Jahr festgelegt und man beschloss, sich einen Satz Trikots zuzulegen und Spiele gegen andere Mannschaften zu absolvieren.
Anfang 1991 konnte Helmut Halusa einen kompletten Satz Vereinstrikots in den Farben grün-weiß (grüne Hemden, weiße Hosen) präsentieren. Diese Farben wurden somit gleich als Vereinsfarben übernommen.
Nachdem mit Beginn der Sommerzeit wieder das wöchentliche Training (seitdem heißt es so – schließlich hatte man ja jetzt zwei Trainer) stattfand, startete man im Juli beim Hobbyfußballturnier in Stätzling. Ziel war das Nichterreichen des letzten Platzes, das man auch gerade so erreichte. Zu diesem Turnier erhielt der Verein auch seinen endgültigen Namen, da bei der Anmeldung „1. FC Branntweinbach“ angegeben und dies später so beibehalten wurde.

Zusätzlich begann unter der Leitung von Co-Trainer Hans Stegherr jeweils donnerstags ein wöchentliches Konditionstraining mit einem Jogginglauf um den Autobahnsee (wurde und wird nur von wenigen Freiwilligen besucht).
Am 14. September spielte man erstmals gegen eine Auswahl der Schreinerei Sedlmeyr aus Derching. Diese Spiel ging nach hartem Kampf und einem 4:4 nach regulärer Zeit im Elfmeterschießen verloren.
Die erste Jahreshauptversammlung (gleichzeitig das Abschlussfest) des jungen Vereins fand im Herbst ´91 im Partykeller von Josef Förg statt. Zu diesem Anlass, an dem stets Präsident, Trainer und auch Kassier einen Jahresbericht vortragen, wurde erstmals ein „Spieler des Jahres“ geehrt, der (von den Mitspielern gewählt) jeweils einen Wanderpokal erhält.
Nicht nur sportlich, auch gesellschaftlich, begann sich „Branntweinbach“ zu entwickeln. So unternahm man am 1. Mai 1992 erstmals eine Radtour und besuchte Haus- und Hofpfarrer Gerhard Groll (verwandt mit Trainer Bichler) im ca. 40 km entfernten Mickhausen. Dies wiederholte man in den kommenden zwei Jahren, ehe man 1995 Blumenthal und seit 1996 die Badeseen bei Sand mit dem Fahrrad aufsuchte.
Seit 1993 findet jeweils am Vatertag das vereinsinterne „Spiel des Jahres“ statt, in dem man sich wohl auf die Wurzeln von „Branntweinbach“ zurückerinnerte und die Jugend gegen die älteren Aktiven antreten lässt. ´93 bestritt man dieses Spiel noch am Autobahnsee, doch seit 1994 ist der Sportplatz in der Firnhaberau Austragungsort dieses für viele wichtigsten Fußballspiel des Jahres (dem Verlierer bleibt ein Jahr Hohn und Spott der Gewinner).
1996 und ´97 baute man diese Variante sogar noch aus, indem die „Uralt-Herren“ gegen eine Damenauswahl antraten. In dem Jubiläumsjahr stellten sich beide Teams wieder dieser Herausforderung.
1993 zählte der Verein 16 Mitglieder, die sich unter noch fast ausschließlich aus Verwandten der Familie Förg zusammensetzten (mit wenigen Ausnahmen).
Fußballerisch lief es wie gewohnt. Beim jährlichen Turnier in Stätzling wurden mal bessere, mal schlechtere Resultate erzielt. Der Höhepunkt war 1996 der 8. Platz. Hierbei feierten auch die neu angeschafften Trikots in Deutschlandfarben (die so gar nichts mit grün-weiß zu tun haben, aber einfach schöner sind) ihre Premiere.
Auch Freundschaftsspiele mit anderen Hobbyteams ließen Siege, aber auch Niederlagen folgen. Dazu zählt die höchste Vereinsniederlage mit 4:20 gegen die Schreinerei Sedlmeyr 1996 sowie der höchste Sieg ein Jahr später gegen die gleiche Mannschaft mit 20:10.

1997 kamen innerhalb des Vereins einige Unstimmigkeiten auf, was zum Rücktritt unseres Präsidenten Helmut Halusa führte. Xaver Förg übernahm dieses Amt zunächst kommissarisch für ein Jahr und wurde zu den Neuwahlen 1998 darin bestätigt.
Im Jahr ´98 wurde der Mitgliedsbeitrag auf 40 DM jährlich erhöht. Zudem wurde in den letzten Jahren ein eigenes Vereinsinventar geschaffen. Zu Tellern und Besteck wurden ein Gasgrill, Tassen und ´99 sogar ein Zelt gekauft, was den vielen Vereinsfeiern dienen soll.
Klaus und Konny Förg (unsere Vereinswirte) erklärten ihren Partykeller in der Hammerschmiede sogar zum Vereinsheim, welcher dann mit Fotos, Andenken und Pokalen ausgestattet wurde und immer noch wird.
Pokale? Ja, Pokale. Nach vielen vergeblichen Anläufen beim Stätzlinger Turnier einen Preis zu gewinnen, nahm man 1999 erstmals beim Hobbyturnier in Nordendorf teil, wo der Verein seinen ersten Pokal in Empfang nehmen durfte. Und schon kurze Zeit später erhielt man die nächsten zwei Auszeichnungen bei Hallenturnieren der DJK Univiertel.
Auch außerhalb der üblichen Termine (Vatertag, Radtour…) bereitet der Verein immer wieder eine Überraschung, wenn er z.B. bei Hochzeiten oder Geburtstagen seiner Mitglieder mit einer „Showgruppe“ entweder Gesangs- oder Tanzeinlagen aufführt. Zu den Abschlussfesten gibt es abwechslungsreiche Programme, wie Verlosungen oder Rätsel raten und auch anderen wird gedacht, wenn (wie bereits zweimal) eine Spendenaktion für die SOS-Kinderdörfer durchgeführt wird.
Wie man liest, hat sich in 10 Jahren Vereinsgeschichte schon vieles ereignet. Der Verein „lebt“, auch wegen seiner derzeit 32 Mitglieder und wer noch vor einem Jahrzehnt dachte, diese Hobbyvereinigung werde nicht lange bestehen, sieht sich – ermöglicht durch das Zusammenhelfen und –halten aller Beteiligten – eines besseren belehrt.

Möge der 1. FC Branntweinbach auch weiterhin noch viele Jahre große Feste und Erfolge feiern!